Managergehälter

Es ist so, wie Volker Pispers es sagt: „es gibt Schmarotzer in diesem Land“. Er meint damit natürlich die Manager, die sich mit Zustimmung ihrer Aktionäre immer wahnwitzigere Gehälter genehmigen. Noch liegt mir schwer im Magen, dass die sechs Porsche Vorstände zusammen doppelt soviel verdienen wie der gesamte Deutsche Bundestag. Da wird so manchem sitzengebliebenen Sozialdemokraten ganz flau. Entweder man hat sich als Obersozi längst selbst hinüber auf’s Ufer der Geldelite gerettet (Schröder, Clement,…) oder man echauffiert sich über die bösen Räuberbarone. Schon fordert man öffentlichkeitswirksam die Begrenzung der Managergehälter, wohlwissend, dass das eh nie kommen wird. Indem man mit niemals umsetzbaren Forderungen Furore macht, lenkt man geschickt von den Möglichkeiten des Bundestages ab.

Ich sage: Macht ne Steuerreform! Nein, nicht das was die Henkels, Hundts, Merkels und Kirchhoffs darunter verstehen. Wo steht schließlich geschrieben, dass „Steuerreform“ stets Steuer senken für die Reichen und erhöhen für die Kleinen heißt? Setzt die Progression fort für Einkommen über 200.000 € und schafft endlich die Beitragsbemessungsgrenzen in den Sozialversicherungen ab. Dann können die Herren Vorstände ihre Gehälter gerne noch weiter erhöhen. Die übrigen Beitragszahler wird’s freuen, die Kranken wird’s freuen und die Rentner wird’s freuen, weil man so bestimmt ganz lockerflockig jährliche Rentenerhöhungen in Höhe von Inflationsrate + 2 % finanzieren könnte. Warum aber glaube ich verstärkt, dass die SPD gar nicht helfen will? Dass es ihr nur um’s Regieren und um’s Anbiedern an die alten gesellschaftlichen Eliten geht?

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~ von degeisle - Dezember 16, 2007.

3 Antworten to “Managergehälter”

  1. Die ganze Debatte, die momentan geführt wird ist in dieser Gesellschaft völlig absurd. Eine Begründung findet sich hier:

    http://sebmaster.wordpress.com/2007/12/18/schwache-gehaltsvorstellung/

  2. Würde diese Lösung nicht zu einer verstärkten Verlagerung gewisser Wohnsitze in steuerbegünstigte Nachbarländer nach sich ziehen? So hat doch auch schon ein gewisser Herr Schumacher seine Milliönchen vor dem deutschen Fiskus gerettet.

  3. Wir leben in einem freien Land. Es steht jedem frei, sich niederzulassen wo er nur will. Herr Schumacher hat sein Gehalt von Ferrari bekommen, also im Ausland verdient. Jene Topmanager sind allerdings Angestellte deutscher Unternehmen. Ihr Einkommen wird also in jedem Fall in Deutschland steuerlich veranlagt. Sie müßten dann schon dafür sorgen, dass der Unternehmenssitz ins Ausland verlegt wird. Ob sich das lohnt, wage ich zu bezweifeln. So günstige Bedingungen wie in Deutschland haben Kapitalgesellschaften kaum irgendwo. Zudem liefen sie Gefahr die politische Flankierung der Politik zu verlieren.

    Es bleiben noch einige Schlupflöcher, die es ermöglichen Gelder ins Ausland zu transferieren. Diese Schlupflöcher kann man allerdings schließen.

    Außerdem: es trifft ja keine Armen. Wenn der Herr Wiedeking gleich mal 60 % seines Jahreseinkommens an Steuern und Sozialabgaben abführen müßte, blieben ihm noch satte 34 Millionen (und das auch nur dann, wenn man vorher einige Steuerschlupflöcher schließt), also ein Vielfaches dessen, was ein normaler Arbeitnehmer in seinem gesamten Leben verdient.

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