Mein Sansa-Express

Da ich Ende letzten Jahres mein Auto abgeschafft habe, bin ich neuerdings wieder oft mit dem Bus unterwegs. Ich fahre gerade so oft mit dem Bus, dass sich eine Monatskarte lohnt. Zuweilen sitze ich dann über eine halbe Stunde zwischen alten Leuten und seltsam riechenden, ominösen Menschen, was ja noch zu ertragen ist. Am schlimmsten sind allerdings die Kids, die der neuesten Mode folgend meinen, sie müßten ihre Gangster-Musik laut auf ihren Handys abspielen. Ich fänd es leichter zu ertragen, wenn die sich auf der letzten Reihe eine anzünden würden. Stattdessen muß ich mir dieses Ghetto-Geplärre anhören. Die Zeit nutze ich gerne, um zu lesen, doch hält meine Konzentration der Dauerbeschallung mit Ohrenmüll nicht stand.

Die Lösung: Ein MP3-Player! Dieser Eingebung folgend stiefelte ich also am Mittwoch letzter Woche in den örtlichen Saturn. Ich betrachtete die Auslage. Meine Entscheidungskriterien: der Preis, die Speichergröße, ein bißchen auch die Optik und die Verarbeitung. Hängen blieb ich beim Sansa-Express von Sandisk. Mit 29,99 € (was im Nachhinein viel zu teuer ist, bei Amazon gibt’s den für weniger). In Punkto Speicher sticht es viele andere Hersteller aus. Es bringt zwar so auch nur einen Gigabyte mit, läßt sich aber mit einer Micro-SD-Karte problemlos auf zwei GB erweitern. Mehr braucht man nicht, außer man will seine komplette MP3 Sammlung mit herum schleppen.

Ich habe das Ding mit nach Hause genommen, an meinen PC angeschlossen (ist ein USB-Stick) und sogleich mit Musik bespielt. Das ging alles absolut problemlos. Die Songs werden in guter Qualität wiedergegeben, das perfekte Klangergebnis scheiterte allerdings an den Kopfhörern. Aber geschenkt, die sind in Original eigentlich immer Mist. Die Lautstärke läßt sich ziemlich weit hoch drehen, schon beeindruckend, was man aus so nem kleinen Ding rausholen kann. Überraschend war der Output auf meine großen Phillips-Kopfhörer (mit denen der Sound auch schon recht rund klang).

Was auch problemlos funktionierte, war die Zusammenarbeit mit meinem Napster Client. Nachdem ich meiner Flatrate ein upgrade auf „ToGo“ gegönnt habe, konnte ich meine Songs problemlos rüber spielen. Im Paket war zudem ein Angebot von audible.de (2 Hörbücher umsonst für Sansa-Nutzer). Da habe ich mir dann gleich Eschbachs Ausgebrannt gezogen (by the way: ein phantastisches Buch). Guter Service finde ich. Die Tonqualität ist allerdings mäßig, die Bitrate muß ziemlich niedrig sein. Um den Player aber nicht fast voll zu knallen, ist die geringe Datenmenge aber auch vertretbar.

Das war’s aber auch schon mit den guten Erfahrungen. Schlecht ist:

– Das Gerät erkennt keine Ordnerstrukturen. Sind die ID3 Tags also schlecht bearbeitet, kommen Alben nur als Salat raus.
– am schlimmsten ist das bei Hörbüchern im MP3 Format. Da muß man am besten nochmal mit nem Tool drüber, um das richtig in Form zu bringen. Das ist nervig und zeitaufwendig. Zeit, die man eigentlich sinnvoller verbringen kann.
– Das Display: wenn es denn funktioniert, hat es eine sehr schöne blaugelbe Farbgebung. Wie gesagt, wenn es funktioniert. Schon im Betrieb flackert es manchmal seltsam, bis es dann komplett ausfiel. Nein, es ist nicht die automatische Displayabschaltung, sonst würde es ja wieder an gehen, wenn ich das Gerät bediene. Das erste mal passierte es am ersten Tag. Da es danach wieder ging verdrängte ich den Vorfall. Seit heute ist das Display gar nicht mehr in Betrieb zu nehmen. Das Teil ist damit unbedienbar.

Das führt mich dann dazu, dass ich morgen nochmal in den Saturn rennen werde. Ich werde vom Saturnservice Gebrauch machen und das Geld zurück verlangen. Dann werde ich mich mal richtig informieren und mir ein neues Gerät zulegen.

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~ von degeisle - Februar 20, 2008.

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