Alles gegen die SPD

Die deutsche Presse, der Spiegel voran, hat ein neues (altes) Opfer: Die alte Dame SPD. Wochenlang hat man versucht die Linke klein zu prügelt, hat sie damit aber offensichtlich nur weiter gestärkt. Kurz vor der Wahl in Hamburg ist man nun umgeschwenkt. Wenn man einen starken, zähen Gegner nicht nieder ringen kann, wechselt man zu dem, der sowieso immer nur verlieren kann. Möglicherweise befürchtet man, dass sich nach der Hamburg Wahl die Zusammensetzung der Bundesversammlung zu Ungunsten des von der konservativ-neoliberalen Presse protegierten Horst Köhler verschiebt. Da man wie gesagt, die Linke nicht in den Griff bekommt, versucht man nun zumindest ein paar SPD Wähler von der Stimmabgabe fern zu halten oder ins andere Lager zu holen.

Auf Spiegel Online findet man täglich mindestens zwei Artikel contra Beck, contra SPD. Aufgefahren wird, was nur möglich ist. Man bietet politischen Nullnummern wie der CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer ein Forum, in dem sie äußern darf, die SPD wäre keine demokratische Partei mehr, wenn sie nun gemeinsame Sache mit der Linken machte. Und immer wieder das U-Boot Clement und die Seeheimer. Da wirft ein Voscherau dem Beck vor, er schade der SPD in Hamburg. Wenn er den Mund gehalten hätte, wäre der Schaden aber noch begrenzt geblieben. So entsteht der Eindruck von Streit, nicht durch Becks angebliche Äußerungen.

Ich hoffe, dass es nach der Hamburg Wahl endlich einen Aufstand der SPD Linken gibt. Es darf keine Rücksicht mehr gegenüber den Rechten in der Partei geben, die nie anderes im Sinn hatten, als die SPD zu einer Kopie der CDU ohne „C“ zu werden. Notfalls muß man sich für einige Jahre vom Anspruch eine Volkspartei sein zu wollen verabschieden. Man sollte daran arbeiten, das Erbe Willy Brandts wieder zu ehren und zu leben. Es ist auch kein Weltuntergang, wenn es das vorzeitige Ende der jetzigen Regierung bedeutet. Sollte schwarz-gelb an die Regierung kommen, fällt dieses Land zwar vorübergehend an die Konzerne und organisierter Unternehmensinteressen, die kommende Wirtschaftskrise wird sie aber wieder schnell aus dem Amt fegen. Danach folgt die unweigerliche demokratische und wirtschaftliche Erneuerung dieses Landes.

Der Vieldenker

Update: Nochmal zur CSU Generalsekretärin: Irgendwo hat die CSU eine Gehirnwäscheanstalt, in denen deren Generalsekretäre ausgebildet werden. Ich hatte das Interview auf Spiegel Online das erste mal nur naja.. überflogen. Ist ja eh vorhersehbar, was aus der Richtung kommt, die Überschrift reicht ja. Ich hab’s mir nun nochmal genauer angetan. Der Interviewende kriecht der Dame zumindest nicht bis zum Ansatz in den Allerwertesten, was man ihm/ihr zugute halten muss. Die Frau Haderthauer jedenfalls kündigt durch die Blume an, Politiker der Linken strafrechtlich verfolgen zu wollen, weil diese ja angeblich antidemokratisch (Kommunisten!!!) seien. Aber, das ist ihr Hauptpunkt sei das erstmal der Job der SPD gegen die Linke zu kämpfen, genauso wie man selbst, die CSU also (und jetzt kommt’s) gegen Rechtsradikale kämpfte. Ich lach mich tot. Frau Haderthauer als neue Ikone der Antifa in Deutschland. Sehr intelligent… dachte ich jedenfalls, bis sie zum „argumentativen“ Schlag gegen die Linke ausholte. Der Lafontaine besitzt demnach inzwischen einen „Palast“ und das darf ein Linker nicht… Linke dürfen auch keinen Hummer essen! Linke haben sich, egal wie hoch ihr Einkommen ist, an die 4,25 € für Hartz IV Empfänger zu halten. Mehr fällt der Frau inhaltlich nicht ein. Wenn das nicht irgendwann mal der CSU auf den Kopf fällt. Denn auch in Bayern gibt es Menschen mit einem Bedürfniss nach mehr sozialer Gerechtigkeit.

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~ von degeisle - Februar 23, 2008.

3 Antworten to “Alles gegen die SPD”

  1. Sehr interessanter Beitrag, der aber auch einige Fragen aufwirft. Ist es nicht gerade die Linke, welche das sogenannte Brandt-Erbe hochhält? Hat nicht selbst die SPD aus allen Kehlen lauthals herausgerufen niemals in Hessen mit der Linken? Dabei war jedem Wähler in Hessen klar, dass es ein Leben nach Koch überhaupt nur mit der Linken geben kann.
    Würde die gute alte SPD nicht so eingebildet und beleidigt sein, dass ihr alter Genosse mit der selben Politik wie die SPD bis 98 vertrat eine 5. politische Macht etabliert, wären solche Diskussionen vielleicht nicht nötig. Speziell zu Hessen sollte man auch nicht vergessen, es wäre nicht das erste mal, dass man so die Macht erlangen würde… es grünte so grün…

  2. Absolute Zustimmung! Spiegels Kampagne hat es übrigens NUR heute auf 5 verschiedene Anti-SPD Überschriften gebracht. Inhaltlich unterscheiden die Texte sich kaum. Es wird nur immer schärfer. Herr von Blumencron will die offensichtlich unter 5 % drücken 😉

  3. Da hat sich der SPIEGEL aber was vorgenommen! Der Leserkreis des Spiegels lässt sich doch wohl kaum von solcher durchschaubaren Propaganda von der Wahl der SPD anhalten – das funktioniert vielleicht mit Zielgruppe und Konzept der Bild-Zeitung. Aber beim Spiegel ist das meiner Meinung nach ziemlicher Schwachsinn.

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