Ackermann fordert staatliche Hilfe

Das dreiste Finanzschmarotzertum in Verkörperung Josef Ackermanns zeigt (mal wieder) sein wahres Gesicht. In den letzten Jahren war man sich zu keiner Gelegenheit zu schade, die Schwächsten in der Gesellschaft zu diffamieren, sie der Faulheit und Unbeweglichkeit zu bezichtigen. Auch wer fleißig arbeitet, sollte auf Lohn verzichten. Gleichzeitig erhöhte man sich selbst die Gehälter um Millionen und versuchte diese dann trickreich vor dem bösen bösen Staat zu verbergen. Man ließ keine Gelegenheit aus, die sozialen Sicherungssysteme zu demontieren und so gleichzeitig das schwer verdiente Geld der Arbeitnehmer in die eigenen Kassen umzuleiten. Man ließ keine Gelegenheit aus, dem freien Markt als höchste, gar göttliche Gesellschaftsform zu huldigen; gleichzeitig sorgte man dafür, dass der Staat seine wertvollsten Besitztümer an private Investoren verschleudert.

Doch nun zeigt sich (mal wieder), dass der von der Leine gelassene globale Kapitalismus in sich zusammenbricht. Da bekommt es der Ackermann mit der Angst zu tun. Da ruft dieser Mann, der den Staat immer wieder laut ausgelacht hat, sich über ihn gestellt hat, diesen in jeder Gelegenheit versucht hat zu demontieren und ihm die Macht zu nehmen, nach diesem, damit er das Bankensystem bloß rettet.

Ich habe nichts dagegen, dass der Staat Banken rettet. Die Alternative wäre umso schrecklicher. Ein Bankrun wie 1929 wäre eine Katastrophe. Nur eines sollte dann klar sein: Das weltweite Finanzsystem muss danach anders aussehen. Die Kapitalmärkte müssen kontrolliert werden, sie müssen reguliert werden. Wer heute Hilfe vom Staat fordert, muss morgen damit leben können, dass der Staat danach das Sagen hat. Eine Quasi-Verstaatlichung der großen Banken muss die Folge sein. Renditen über 20 % sind volkswirtschaftlich (und auch marktwirtschaftlich) nicht sinnvoll. Dieses Renditestreben hat uns genau dahin geführt, wo wir jetzt sind. Wer behauptet, die Deutsche Bank, hätte mit der Subprime-Krise nichts zu tun, liegt falsch. Sie hat die Risiken nur rechtzeitig, z.B. an die IKB, abgeschoben. Hier ist der Staat und somit der Steuerzahler schon längst aktiv.

Die Suppe, die Ihr Ackermanns uns eingebrockt habt, müssen nun wir auslöffeln. Dann löffeln wir eben und würgen’s runter. Wenn die Schüssel aber leer ist und wir die Hände wieder frei haben, blüht Euch aber etwas. Als Demokraten werden wir jede Möglichkeit nutzen, die uns das deutsche Grundgesetz bietet, um Euer Unwesen zu vertreiben. Ihr sollt Eure Millionen verdienen (wenn Euer Geschäft denn soviel abwirft und Ihr Eure Leute anständig bezahlen könnt), wir werden aber unseren Anteil fordern. Freundet Euch schonmal mit dem Gedanken an 60 % versteuern zu müssen… achja, Sozialabgaben werden dann auch in voller Höhe fällig. Wenn Ihr das nicht ertragt, dürft Ihr gerne das Land verlassen. Laßt Euch aber gesagt sein, dass es dort keinen Mangel an fähigen Managern gibt. Es ist eine Mär, dass man da nur auf Euch wartet. Hier gibt es hingegen genügend ausreichend qualifizierte Interessenten für Eure alten Jobs. Also Tschüss Ihr Ausbeuter, schickt mal ne Karte, aber lasst Euch ansonsten nicht mehr blicken!

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~ von degeisle - März 18, 2008.

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